Der folgende Text ist die Weissagung des Gurus Padmasambhava die Inkarnation der Karmapas betreffend. Sie findet sich im Schatz von Chokgyur Lingpa, dem Dharmaddipa, dem Terchen, dem herausragensten unter den Meistergelehrten, welche Verwirklichung erreichten. Wie von ihm gesagt, sind Buddha Amitabha, die Verkörperung des uneingeschränkten Lichtes, auch der vierte Dhyani Buddha genannt, sowie Avalokitesvara, der auf dem Berg Potala residiert, und Padmasambhava eins, – ein Einziges, das unterschiedliche Form annahm. Jede dieser Formen aber ist kein abgetrenntes Ding, sondern sie alle sind im Kreis des Dharma einbeschlossen. Dies ist auch der Grund dafür, daß Chokgyur Linpa, der Prophet, der Weissagende, nicht verschieden ist von Amitabha, Avalokitesvara und Padmasambhava.

Nun folgt die Weissagung über die einundzwanzig Inkarnationen der Karmapas entsprechend der Darstellung auf dem Thanka:

  • I. Karmapa Düsum Khyenpa 1110 – 1193
  • II. Karmapa Karma Pakshi 1204 – 1283
  • III. Karmapa Rangjung Dorje 1284 – 1339
  • IV. Karmapa Rolpe Dorje 1340 – 1383
  • V. Karmapa Deschin Schekpa 1384 – 1415
  • VI. Karmapa Thongwa Dönden 1416 – 1453
  • VII. Karmapa Tschödrak Gyatso 1454 – 1506

Die Reihe der Karmapas setzt sich dann nach links wie folgt fort:

  • VIII. Karmapa Mikyö Dorje 1507–1554
  • IX. Karmapa Wangtschuk Dorje 1556–1603
  • X. Karmapa Tschöying Dorje 1604–1674
  • XI. Karmapa Yeshe Dorje 1676–1702
  • XII. Karmapa Tschangtschup Dorje 1703–1732
  • XIII. Karmapa Düdül Dorje 1733–1797
  • XIV. Karmapa Thektschok Dorje 1798–1868

Die Inkarnationen dieser vierzehn Karmapas erschienen vor Chokgyur Lingpa. Deshalb sah er sie mit eigenen Augen. Nun folgt die Reihe der künftigen Karmapas wie von Chokgyur Lingpa (vorher) gesehen und in dem Thanka dargestellt:

XV. Karmapa Khakyab Dorje 1871–1922

Links unter Guru Padmasambhava sitzt der, hervorragend in den Sechs Yogas des Naropa, in einer Felsenhöhle zusammen mit seinem Lehrer und seinen Schülern. Dies ist das Symbol für seine Dharma-Aktivität, die ganz Tibet umfasste.

XVI. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje 1924–1981

Er residiert rechts von Guru Padmasambhava in einem palastgleichen Kloster mit goldenem Dach und goldener Zinne, unter dem die Statue des Buddha dargestellt ist und einer türkisenen Terrasse. Die Darstellung zeigt Karmapa im Dharma-Diskurs mit seinen Schülern. Seine Stellung ist so hoch kraft seiner Tugend und seines Verdienstes, die aus seinem meistern des Mahayana als auch des Vajrayana fließen. Dies alles ist das Symbol dafür, dass der XVI. Karmapa der unbestrittene Führer des Buddha-Dharma sein wird.

XVII. Karmapa Ogyen Trinley Dorje seit 1985

In der Mitte, unterhalb von Guru Padmasambhava, umgeben von baumbewachsenen Bergen und inmitten von Zelten sitzt der Karmapa. Neben ihm sitzt so innig nahe wie Vater und Sohn, Tai Situpa. Dies alles ist der Hinweis auf die Ausbreitung der Kagyü-Schule des Tibetischen Buddhismus über die ganze Welt.

XVIII. Karmapa

Der XVIII. Karma residiert in einem Zelt (linke Ecke unten). Dies ist das Symbol dafür, dass während seiner Lebenszeit sich der Buddhismus in der ganzen Welt ausbreiten wird. Während dieser Zeit wird der weissagende Chokgyur Lingpa als ein besonderes Pferd inkarnieren (Mitte/unten).

XIX. Karmapa

Zwischen der Felsenhöhle und den Zelten des XVIII. Karmapa zeigt die Szene den XIX. Karmapa, der in einem Schiff über das Meer fährt. Die ist das Symbol dafür, dass sich seine Dharma-Aktivität über den ganzen Fernen Osten ausbreiten wird. Es ist nicht unmöglich, dass während dieser Zeit ein Krieg ausbricht oder eine andere Katastrophe. Guru Rinpoche tut sein Äußerstes, um diese Krise zu bannen.

XX. Karmapa

Sitzt in der unteren Mitte des Thanka unter einem Bodhi Baum (ficus religiosa) in der Mahamudra-Haltung. Dies ist das Symbol dafür, dass er dem Mahayana angehört und das Wissen der zwölf essentiellen Tugenden eines Bodhisattvas hat.

XXI. Karmapa

Ist zwischen dem Baum und den Zelten dargestellt. Er wird von Mönchen in einer Sänfte getragen. Dies ist das Symbol dafür, dass er von jedermann in der Welt geachtet und geehrt wird.

Rechts unten im Thankabild sind Kloster, Garten, blühende Blumen und Bäume zu sehen, ein Abt, der einen Hut und die Drei Dharmaroben trägt, mit Dharmaschriften in den Händen und Mönche im Dharma unterweisend. Vor sich hat er die Bettelschale stehen. Dies ist ein Symbol für die Verbreitung des Theravada-Buddhismus in der Welt.

Quelle: The Himalayan Voice 97
Übersetzung: Dr. Annemarie Dross-Mashayekhi

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